LÄRM BIKER- Schluss

18 ALSTER-MAGAZIN NR. 7 2016 Wenn man ständig alarmiert wird, löst das Stress aus. Dieser Stress ist inzwischen zu einer der Pesten in den Städten geworden. Und wenn es um vermeid- baren Lärm geht, muss man sich die Frage stellen: Muss eine Stadt wie Hamburg das haben? Mir ist schon klar, dass das auch mit ökonomischen Vorteilen für diejenigen verbunden ist, die die da beherbergen. Aber ich finde diese Ausdrucksart eine Zumutung. Weniger davon wäre besser. Warum kann diese Minderheit das überhaupt durchsetzen? Gibt es eine Biker-Lobby? Das ist eine gute Frage. Das frage ich mich z.B. auch bei diesem einzelnen Motor-Rundflieger, bei dem zwei bis vier Gäste drinsitzen, und dessen Motorenlärm dann die ganze Stadt ertragen muss. Der hat es auch geschafft, immer wieder Genehmigungen zu bekommen. Mir ist das ein Rätsel. Ich finde es eine falsche Entscheidung, aber zur Frage, wer da nun auf welche Weise so erfolgreiches Lobbying für diese kleine Gruppe der Betroffenen gemacht hat ich weiß es nicht! ALSTER MAGAZIN L O C A L P E O P L E Vor wenigen Tagen hat der NABU bei den Harley Days in der Stadt Lärm gemes- sen, der an die Lautstärke eines Presslufthammers heranreicht. Wir besuch- ten die NABU-Zentrale und sprachen mit dem NABU-Vorsitzenden und Ex-Umweltsenator Alex- ander Porschke über sinn- losen Lärm sowie dessen Auswirkungen. Alster Magazin: Sie unterscheiden in diesem Zusammenhang zwischen nötigem und unnötigem Lärm. Was heißt das? Alexander Porschke: Im Großen und Ganzen gehe ich davon aus, dass fast alle Umweltbelastungen unerwünschte Nebenwirkungen sind. Wenn man aber diese Motorrad-Zusammenkünfte betrach- tet, sehe ich eine Ausnahme man muss sich ja mal gedanklich vorstellen, die würden alle mit Elektromotorrädern fahren. Ich glaube, das hätte nicht so einen Zuspruch. Es gibt bei diesen Mo- torrädern ja zum Teil Vorrichtungen, die während der technischen Abnahme die Geräuschentwicklung niedrig halten, mit denen man dann aber relativ leicht die Lautstärke hochschrauben kann. Das heißt, es bestehen offensichtlich Absichten, sie möglichst laut zu machen. Es gibt ja Leute, die Geräuschdämpfer regelrecht manipulieren, um ihre Maschine lauter zu machen. Der Lärm ist da nicht uner- wünschte Nebenwirkung, sondern ist Teil der Performance. Ich will jetzt nicht darüber spekulieren, welche Motive diese älteren Herren haben Spekulieren Sie nur! Sagen wir mal so: Mein Bild von der emotionalen Ausstattung von Leuten, die so etwas nötig haben, hätte vermutlich etwas Verlet- zendes. Ich finde jedenfalls dieses Protzgehabe, selbst, wenn man dafür Verständnis aufbringt, eine Zumutung für den Rest der Welt. So ist die Lage: Einige wenige können da ihre Protzbedürfnisse ausleben und der Rest muss sie ertragen, zum Teil mit Auswirkungen auf die Gesundheit. Welche? Der Begriff Lärm kommt eigentlich von Alarm allarme, zu den Waffen. Der Lärm ist der Alarmierungseffekt. Das ist das Problem: Schluss mit BIKER- Der NABU maß einen durchgehen-den Lärmteppich von 90 bis 110 Dezibel. Dies entspricht Lärmstufe 3: Selbst eine kurze Lärmbelastung dieser Stufe kann bleibende Schä-den verursachen. Zum Vergleich: Bei Lärm ab 85 Dezibel am Arbeits-platz ist ein Gehörschutz Pflicht. Auch die Feinstaubbelastung war hoch: 220.000 Partikel/cm 3 (zum Vergleich: bei einer gewöhnlichen Kreuzung ist die Belastung 30.000-40.000 Partikel/cm 3 ).Mehr Infos zur Arbeit des NABU Hamburg gibts unter Tel. 697 08 90 und auf www.nabu-hamburg.de ! LÄRM! So LAUT waren die Harley Days An Motorradlärm leiden viele, damit wenige protzen können, sagt NABU-Chef Alexander Porschke. Nicht nur nervig , sondern durch Lärm und Feinstaub auch schädlich: Der NABU positioniert sich gegen Motorrad- Zusammenkünfte. Lu ka s G oj da - Fo to lia .c om