Anfang Anna Depenbusch

NR 02 2017 ALSTER-MAGAZIN 23 A wie Anfang Im März tourt Anna Depenbusch mit ihrem neuen Album Das Alphabet der Anna Depenbusch durch Deutschland. Wir sprachen mit ihr über ihren Lieblingsbuchstaben , abgeworfenen Ballast im vergangenen Jahr und welchem Kartenspiel sie verfallen ist. Alster Magazin: Wofür steht das Alphabet der Anna Depenbusch? Anna Depenbusch: Für Vielfalt, Überraschung und Abwechslung - immer was anderes! Hast du einen Lieblingsbuchstaben? Ich mag das A schon ganz gerne. Das A steht für einen Neustart. A wie Anna, A wie Anfang. Du besingst das Leben. Was macht das Leben für dich lebenswert? Andere Menschen, Begegnungen, Austausch. Ich mag neue Sachen lernen, neue Sachen erfahren. Ich hab einen Wissensdurst und bin neugierig. Das ist für mich Lebendigkeit, den Horizont zu erweitern. Neue Dinge kennenzulernen. Hast du einen Lieblingssong auf dem neuen Album? Das verändert sich komischerweise immer. Es gibt Songs, die rücken erst mit der Zeit immer näher an mich ran oder distanzieren sich lang- sam. In Moment finde ich Frauen wie Sterne toll. Mit Bandoneon und Geige klingt es wie Tango, das gefällt mir richtig gut. Du verarbeitest viel Biografisches in deinen Songs. Von dir, aber auch von Freunden. Wovon lässt du dich sonst noch inspirieren? Das ist unberechenbar. Manchmal sitze ich im Zug und schnappe was vom Nachbartisch auf. Das sind wirklich Alltagssituationen. Aber es kann auch ein Film sein, der mich berührt. Die Ideen kom- men aber schon immer in Zusammenhang mit Menschen. Menschen inspirieren mich. Hast du einen Lieblingsfilm? Nicht unbedingt. Ich bin aber gespannt auf Lala Land - schön bunt und es wird getanzt und gesungen - herrlich! Den will ich noch sehen. In alles über Bord geht es um einen Neuanfang, um Ballast abwerfen. Hast du gerade so eine Phase durchgemacht? Mehr oder weniger das vergangene Jahr. Einige Sachen haben nicht geklappt und waren mit persönlichen Enttäuschungen verbunden. Aber ich habe die Entscheidung getroffen, mich nicht länger damit aufzuhalten. Ich wollte die Leichtigkeit wieder zurück und so ist dieser Song entstanden. Hast du dich auch von materiellen Dingen getrennt? Ja! Dinge belasten mich aber generell schnell. Es gibt wenig, an dem ich hänge, das ist sehr übersichtlich. Die Vielfalt, das Bunte habe ich im Kopf und in der Musik. Man hat bei dir das Gefühl, Musik ist dein Leben. Hast du noch andere Interessen? Ich spiele sehr gerne Skat und habe tatsächlich eine Schwäche für Kartenspieler. Ich liebe auch Tangomusik. Das Tangotanzen selbst habe ich ausprobiert, aber es fiel mir ziemlich schwer. Ich liebe die Musik und die Atmosphäre und gucke jetzt lieber nur den anderen beim Tanzen zu. Liebe ist auch immer ein ganz großes Thema bei dir. Wie sieht es da aus. Ist das der Ballast, den du abgeworfen hast? Ja, da ist so ein bisschen was auf der Strecke geblieben. Ich sag mal so: Ich bin bereit für Neues. (lacht) Du versprühst eine unglaubliche Energie an Lebenslust. Gab es Phasen, die dich richtig runtergezogen haben? Es gab auf jeden Fall schwere Zeiten. Hauptsächlich bevor ich meine eigene Musik machen konnte. Da hab ich mich mit kleinen Jobs von Monat zu Monat gehangelt. Es ist toll, dass ich die Musik habe. Mit ihr kann ich mich ausbalancieren. Wenn es grau scheint, kann ich mich ans Klavier setzen und alles rauslassen. Ich glaube der ganze Optimismus kommt auch dann, wenn man schon ein paar Mal wieder aufgestanden ist. Gibt es Musiker, mit denen du gerne mal zusammenarbeiten möchtest? Ich hätte große Lust mit den Elbphilharmonikern zu spielen, in einem großen Saal. (lacht) Mit einem Orchester zu spielen - das wäre toll! Auf dem jetzigen Album habe ich mir mit Christian Gerber auch einen Traum erfüllt. Er macht einfach ganz fantastische Tangomusik. Im Mai trittst du ein Stipendium an. Was hat es damit auf sich? Das ist ein zweimonatiges Praxis-Stipendium in der Villa Massimo. Dort werde ich mich aufhalten, habe einen Flügel, der mir Tag und Nacht zur Verfügung steht, um an meinem Soloprojekt zu arbeiten, das ich für den Winter plane. Jetzt gehts mit meiner Band aber erst einmal auf Tournee und ich freue mich riesig drauf. Valeska Fuhlenbrok Ich bin bereit für Neues. Das neuen Album Das Alphabet der Anna Depenbusch ist ab März erhältlich.