Mode fürs fenster

NR 06 2017 ALSTER-MAGAZIN 23 Die Kirche hat nahezu alle brennenden Probleme unter den Teppich gekehrt. in Potsdam in einem Meer von Fahnen und Heeressymbolen, und mit dem Segen der obersten Reichskirchenleitung als Reichs- kanzler inthronisiert. Im Nebeneinander von Hindenburg und Hitler besiegelte die Kirche zugleich hoheitsvoll den Zusammenschluss von Preußen und Nationalsozialismus: Ein Führer, ein Reich, eine deutsche Nationalkir- che! Parallel dazu entwickelte sich seit 1933 in rasantem Tempo die protestantische Kirchen- bewegung der Deutschen Christen mit radikalen deutschvölkischen Parolen. 1935 waren in den protestantischen Landeskirchen in Deutschland die Pfarrstellen mit absoluter Mehrheit von Deutschen Chri- sten besetzt, zeitweise darüber hinaus bis zu 80 Prozent. Viele Nazipastoren predigten von der Kanzel in Hitleruniform. Von der Frauenkirche, dem Reichsbischofssitz der Deutschen Christen, wurden jene Pastoren mit SA-Methoden ver- folgt, die sich in kleinen Gemeindegruppen in der Bekennenden Kirche zusammengeschlossen hatten, um der Nazikirche Widerstand zu leisten. Wie in Lübeck etwa, wo die Gemeinde ihre Widerstandspastoren mutig verteidigte. Wie weit wurde dies in der Nachkriegszeit aufgearbeitet? 1947 beschloss die reformierte Kirche (die Kirche Calvins), die im Wider- stand gegen die Deutschen Christen stark beteiligt war, auf Initiative ihrer großen Theologen Karl Barth, Martin Niemöller, ihre Stuttgarter Erklärung, ein Schuldbekenntnis ihrer Versagens als Christen im Naziwiderstand, damit zugleich ihr Bekenntnis zur staatspolitischen Mitverantwortung in einem zukünftigen Deutschland. Sie forderte die Protestanten, die Kirche Luthers, auf, die- ses Bekenntnis mit zu unterschreiben oder eine ähnliche Erklärung abzugeben. Die oberste lutherische Kirchenleitung lehnte ein derar- tiges Bekenntnis ab mit dem theologischen Hinweis auf Römer 13. Nie sind von ihr gegen ihre völkischen Amtsträger Entnazifizierungs- oder Lehrzuchtverfahren wegen totaler Entstel- lung und Missbrauch der christlichen Botschaft verfügt, nie Schadensersatzleistungen an kirchlich geschädigte Gläubigen geleistet worden. Die Kirche hat ihre Nazizeit vertuscht, aufkommende Diskussionen unterdrückt, in scheinheiliger Manier fast völlig aus der Welt geschafft. Man hätte sich gewünscht, die Vereinigte Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) hätte anlässlich des Luther-Jubiläums 2017 gerade auch angesichts des völkischen Neuaufbruchs (speziell auch in Dresden!) zu ihrer eigenen völkische Vergangenheit selbst- kritisch Stellung genommen. In sieben Jahren findet ja wohl die 500-Jahrfeier der Lutherkirche statt zu dem großartigen Sieg der lutherischen Fürsten über die von Luther im Namen seines Gottes verdammten Bauern. Das wird ein interessantes Gedenkfest. Vielleicht gibt es dann statt der ziemlich flachen Luther-Schmonzette diesmal ein Schuldbekenntnis der VELKD zu den Verfehlungen ihrer Kirche. Das wird dann sicher ein konstruktiver Beitrag zum Kampf der Demokratie heute für die Gerechtigkeit in unserer säkularen Welt. Bis dahin muss einem zum Mitfeiern mit der Kirche nicht zu Mute sein. ALSTER MAGAZIN L O C A L P E O P L E Mode fürs fenster. z. B. JALoUsIen Jalousien Rollos Plissees Lamellenvorhänge Markisen Aufmaß und Beratung vor Ort: 040 20 97 66 80 22081 Barmbek-süd 22607 flottbek Dehnhaide 1 Osdorfer Landstraße Ecke Barmbeker Markt Ecke Flottbeker Drift 2 Tel. 040/20 97 66 80 Tel. 040/30 30 96 71 22529 Lokstedt 23569 Lübeck Siemersplatz 4 LUV SHOPPING, Dänischburger Landstraße Tel. 040/55 77 99 77 Tel. 0451/4 99 86 56 über 35x in deutschland und 3x in Hamburg! Auf alle Maßanfertigungs- produkte 10% rabatt Alstertal_HH_185x130mm_032017.indd 1 22.02.17 08:42