Ungutes Gefühl Globalisierung

NR 07 2017 ALSTER-MAGAZIN 3 ALSTER MAGAZIN ED ITOR IAL V O N W O L F G A N G E . B U S S Eppendorf Eppendorfer Baum 18 T. 040. 460 29 93 luehr-optik.de GMBH SEIT 1983 Bis zur Beendigung der Baustelle am Eppendorfer Baum erhalten Sie 15% auf Ihre neue Brille. (außer auf Angebote) Baustellen- preise bei LÜHR-Optik 170511_LO_baustelle_eppendorf_92x130_az_fin.indd 1 11.05.17 16:51 Stilleuchten Götzl Lampen und Schirme Fasanenweg 2, 22145 HH 040/644 85 79 www.stilleuchten-goetzl.de Öffnungszeiten: Mo.-Fr. 9-18 Uhr, Sa. 9-14 Uhr Eppendorfer Landstraße 130 Tel.: 0 40 / 4 80 79 12 www.polstereibetrieb-groenich.de Ein Ergebnis hat der G20-Gipfel in Hamburg schon vor Beginn er- zeugt: die breite Debatte über den Zustand unserer Gesellschaft und ihr Verhältnis zur Globalisierung . Dabei trat eines schon eindrucks- voll hervor: die tiefe Skepsis und sogar Wut vieler Bürger gegenüber den weltweit anreisenden Eliten. Tiefes Misstrauen war selten so offensichtlich. Sind wir aktuell Zeugen eines Para- digmenwechsels ? Waren wir in der jungen Bundesrepublik noch beseelt von einer sozialen Marktwirtschaft auf schon festem demokratischen Fundament, scheint dieses Gesellschaftsmodell unter den Augen seiner Teilnehmer zu erodieren . Die breite und kritische Debatte zur angeblichen Alternativlosigkeit einer fortschreitenden Globalisierung gebootet von der Digitalisierung der Finanzmärkte beweist die tiefe Skepsis gegenüber einer sagenhaften Umverteilung von arm zu reich. Acht Milliardäre haben derzeit genauso viel Vermögen wie die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung! Und deren Protagonisten sollen beim Hamburger G20 bewundert werden. Als alternativlos! Man könnte neben die weltökonomischen Perspektive auch eine psy- choanalytische Frage stellen: Warum will jemand, der scheinbar schon alles alles hat, noch viel reicher werden? Was wir als erfolgreich und zielorientiert beklatschen, ist ein Getriebensein von tiefer Unzufrie- denheit : Ich bin nicht genug, bekomme nicht genügend Anerkennung. Statt dieser Psychopathen, die weltweit Millionen Nacheiferer schaffen, brauchen wir Nachhaltigkeit! Was ist der höchste erreichbare Level des Erfolgs? Es ist: Glück! Höher geht es nicht. Man mag es repeating history nennen: Glaubten wir doch, mit der französischen Revolution oder der Vertreibung des unsäglichen Kaiser Wilhelms II. Aristokratie und absolutistische Monarchien eliminiert zu haben. Doch weit gefehlt. Wir erleben einen neuen Feudalismus: die Finanz-Aristokratie. ) Perfider Egoismus, Machtbesessenheit und Maßlosigkeit, wie in den grausam-dunklen Jahrhunderten der Unterdrückung im Absolutismus, sind wieder da. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen (UNICEF) sterben jedes Jahr 6,3 Millionen Kinder (unter fünf Jahren) an Unterer- nährung, rund 800 Millionen Menschen hungern. Keiner der in Hamburg Anreisenden hat sich stark gemacht, um das Zocken mit Agrarprodukten zu verbieten. Und diese Leute sollen wir beklatschen? Man hat für all jene, die sich nicht als Claqueure hergeben wollen und sich für Nachhaltigkeit und Grenzen des Wachstums einsetzen, ein Stigma geschaffen: Globalisierungsgegner! Apropos Claqueure : Ich persönlich sehe mich derzeit nicht in der Pflicht, alles schön zu schreiben und ins Positive zu drehen, um den Mächtigen zu gefallen. Leider nicht. Ich traue mich auch zu sagen, dass jene, die sich in Hamburg treffen, sich zu 80 Prozent um die Erhaltung ihrer ei- genen Macht kümmern, statt um einen Paradigmenwechsel und globale Nachhaltigkeit. das wird wenn überhaupt nur von unten kommen. Über die lebendige Demokratie. Globalisierung ist ein Dilemma , das die Gewinner und Partizipateure selbst nicht verändern werden. Übrigens auch nicht die Steinewerfer. Wir alle müssen es verändern, doch dazu scheint der Druck noch nicht groß genug! (Völlig sinnbefreites Scheffeln von Geld: 86 Milliarden Dollar gehören dem reichsten Mann. Ich kenne manch fleißigen Hamburger, der sich einige Milli- önchen zusammengearbeitet hat. Hier der Vergleich, hätte er nur eine Milli- on, wäre der reichste Mann 86.000-fach reicher als er. Und er ist noch immer nicht zufrieden. Uuups.) Noch Anmerkungen dazu? Schreiben Sie uns: w.bussalster-net.de. Ungutes Gefühl