Busbeschleunigung Eppendorfer Markt

ALSTER MAGAZIN 16 ALSTER-MAGAZIN NR. 08 2017 L O C A L P E O P L E Eppendorfer Markt: Busbeschleunigung Im nächsten Jahr soll das alte Eppendorfer Zentrum umgebaut werden. Ziel ist die Beschleunigung des Busverkehrs. Die Anwohner werden in die Planungen mit einbezogen, eine erste Planungswerkstatt findet am 15. September statt. B ereits seit dem Frühjahr 2015 wird das Busbeschleunigungs-projekt der SPD in der Hansestadt Hamburg umgesetzt. Trotz massivem Widerstand der Bürger wird das 260-Millionen-Euro-Programm durchgeführt und von der SPD verteidigt. Die Volksinitiative Stopp des Busbeschleunigungsprogramm scheiterte vor Baubeginn trotz 20.000 gesammelter Unterschriften. Damals wurde kritisiert, dass die Bürger in Winterhude nicht ausreichend genug in die Planungen mit eingezogen worden wären. Die Initiatoren bemängelten, dass Nachteile für Geschäftsleute und Autofahrer sowie das Fällen von Bäumen einfach in Kauf genommen worden wäre. Jetzt steht die Busbeschleunigung auch in Eppendorf an. Und zwar am Eppendorfer Markt, der als einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte im Bezirk Hamburg Nord gilt. Täglich halten dort etwa 1.100 Busse. Kritisch ist dort die Lage mit den Fuß- und Radwegen, denn weil die Fußwege so schmal sind, gibt es kaum Platz für Radfahrer. Um die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen, will der für den Bau zuständige Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) diesmal Rücksicht auf die Bürger und ihre Wünsche nehmen: Bei der Umgestaltung des Eppendorfer Marktplatzes sollen neben Bus- und Radverkehr auch alle anderen verkehrlichen und weiteren Nutzungen in der Planung angemessen berücksichtigt werden. Der formale Abstim- mungsprozess und das vorgeschaltete Beteiligungsverfahren haben das Ziel, die bestmögliche Lösung für alle Verkehrsteilnehmer zu finden, sagt Christian Füldner, Pressesprecher der LSBG. Bei Bürgerbefragungen im Juni und Juli kam heraus, dass sich viele Anwohner und Nutzer des Eppendorfer Marktplatzes weniger Autos und breitere Fuß- und Radwege wünschen. Außerdem soll der Mark- platz zum Aufenthalt einladen. Den aktuellen, sich auf dem Gehweg schlängelnden Radweg halten die Anwohner für zu gefährlich gerade für die Fußgänger. Wie es nach dem Umbau mit der Parksituation aussieht, wird sich aus Beteiligungsverfahren und Abstimmungsprozess ergeben, meint Füldner. Kritik kommt von CDU-Verkehrsexperte Dennis Thering: Die so- genannte Busbeschleunigung in Hamburg ist ein völlig überteuertes Projekt, das vor allem Autofahrer schikanieren soll. Die Einsparungen bei den Fahrtzeiten der Busse sind bisher kaum messbar. Eine Attrakti- vitätssteigerung für die Fahrgäste des ÖPNV sieht anders aus. Auf den Straßen rund um den Eppendorfer Marktplatz herrschen im Berufsverkehr täglich extreme Staus. Eine Neuplanung des Eppendorfer Marktplatzes muss daher die Reduzierung der Staus sowie die Optimierung von Fuß- und Radwegen zum Ziel haben. Auf keinen Fall jedoch dürfen nun auch noch die Busse auf der Fahrbahn halten und die Situation weiter verschärfen. Parkplätze sind schon jetzt Mangelware, so dass es in der Praxis häufig zu unerlaubtem Halten kommt, das für zusätzliche Gefahren sorgt. Parkplätze dürfen daher nicht wegfallen. Anwohner und Gewerbetreibenden müssen bei der Planung auch zukünftig intensiv eingebunden und nicht nur informiert werden. Insgesamt herrscht also immerhin Einigkeit darüber, dass die Wege für Fahrradfahrer und Fußgänger verbessert werden müssen. Das Beteiligungsverfahren soll im ersten Quartal 2018 abgeschlossen werden. Katrin Gochermann kommt Die Planungswerkstatt I: Visionen finden Lösungswege erörtern findet am 15. September um 17 Uhr im Großen Saal der Bezirksversammlung Nord (Robert-Koch-Straße 17) statt. Eine Anmeldung ist über mailtollerort-hamburg.de erforderlich. Es soll an gemeinsamen Lösungsalternativen gearbeitet werden. Die Planungswerkstatt II: Varianten diskutieren Verständigung erzielen findet am 24. November statt. Hier kann man mitreden: Bis Anfang 2018 sollen die Busbeschleuni- gungspläne für den Eppendorfer Marktplatz feststehen. Die