SCHAFFEN CONTRA schaffen

18 | ALSTERTAL MAGAZIN PRO Milena Kettner, Redakteurin Wolfgang E. Buss, Verleger Es ist keine Frage, ob wir das schaffen, darum geht es in erster Linie überhaupt nicht. Wir müssen einfach. Denn bei uns ist alles in Ordnung, unsere Wohngebäude sind intakt, bei uns sieht es nicht so aus als hätte eine Bombe eingeschlagen, hier muss keiner, wenn er vor die Tür geht, um sein Leben fürchten. Das ist es in Regel, was diese Menschen hier suchen und dann soll man sagen, ne sorry, nicht hier zu uns, wo viele Menschen viel zu geben haben? Es ist einfach unsere verdammte Pflicht! MK: Hier muss man zunächst konkretisieren, was unter erfolgreicher Integration verstanden wird. Sprache? Anpassung an die Kultur, Lebensweise? Religion? Würden wir, wenn wir geflohen wären, nie wieder an Weihnachten denken, geschweige denn am 24.12. mit der Familie zusammen sein wollen? Würden wir uns sofort völlig anders kleiden, weil es sich so gehört? Nein sicherlich nicht! Darum ist Integration auch nicht gescheitert, wenn jemand weiterhin ein Kopftuch trägt oder den Ramadan zelebriert und in seinen eigenen 4 Wänden seine Muttersprache spricht, denn mal ganz ehrlich, wer würde es anders machen? Die deutsche Öffentlichkeit wartet noch immer auf die Antwort, was genau geschafft werden soll. Wenn gemeint ist, konservativ-muslimische Männer zwischen 15 und 35 Jahren, die zu hunderttausenden in unser Land kamen, zu liberalen, toleranten, weltoffenen Demokraten zu machen, schaffen wir das nicht! Die Kanzlerin muss dringend die Frage ergänzen: Schaffen die das, und wollen die das überhaupt? Auch diese Ergänzung müssen wir großen Teilen mit nein beantworten. Leider. WEB: Wo sind eigentlich die vielen Frauen aus den Herkunftsländern? Leiden sie weniger als die Männer? Ich weiß sie leiden mehr, aber sie sind entrechtet. Wer als Mädchen in Afghanistan zur Schule geht, riskiert von talibanischen Männern misshandelt zu werden. Sie sollen dort an den Herd und nicht nach Deutschland. WEB: Ja, viele kamen mit großen Erwartungen nach Deutschland, die wir niemals erfüllen können! Wir werden nicht beginnen, wieder Schwule zu verfolgen oder die Todesstrafe einführen! Ihre tiefe Enttäuschung über (Schweine)-Deutschland wird dem IS und seinen Anwerbern in die Hände spielen und unsere Sicherheitsarchitektur maßgeblich verändern. Übrigens: 30 % werden sich tatsächlich integrieren oder sie sind es schon. Viele aber haben weder Respekt vor unserer Polizei oder Justiz. CONTRA WIR SCHAFFEN DAS Pro- Contra: Seit gut einem Jahr führen wir in Deutschland eine breite oft hitzige Debatte über Menschen, die zu uns gekommen sind. Viele von ihnen aus Kriegsgebieten. Für einige Monate schien die deutsche Debattenkultur auf schwarz oder weiß reduziert. Auch wir diskutieren kontrovers in der Redaktion darüber weil alles auch regionale Auswirkungen hat. Hier ein Auszug! Wir schaffen das - Ist diese Aussage von Merkel wirklich korrekt? Kommen wirklich mehr Männer als Frauen? Wollen sich die Menschen nicht intergrieren? Verändert sich unsere Gesellschaft durch die Flüchtlinge? MK: 2015 waren 69,2 % der Asylerstanträge von Männern gestellt worden, davon 71,1 % unter 30. Warum? Frauen suchen eher in der Nähe Unterschlupf und Schutz, im Binnenland oder in den angrenzenden Ländern. Frauen und Kinder sind auf der Flucht oft von Gewalt bedroht, lange Strecken bedeuten große Gefahren. Legale Einreisen in die EU sind nicht möglich, Familien schicken den Stärksten, in der Hoffnung, dass die Familie später auf legalem Wege nachkommen kann. Für Männer besteht die Gefahr eher im Kampfgebiet, z.B. durch Zwangsrekrutierung. Daher kommen aus Syrien oder Pakistan auch eher Männer, als z.B. vom Balkan (weniger lang und gefährlich). MK: Der Bund deutscher Kriminalbeamter und das Bundeskriminalamt konnten keine Erhöhung von Gewalttaten feststellen. Aus diesen diffusen Ängsten entstanden oft Gerüchte über angebliche Taten, hierzu sagt Matthias Kohring, Kommunikationswissenschaftler im NDR: Man kann sagen, der Verbreitungsgrad eines Gerücht ist ein Test darauf, welche Vorurteile in einer Gesellschaft existieren. Da macht mir unsere jetzige Gesellschaft mehr Sorgen... WEB: Viele können es nicht nach ihrem Glauben. Der Islam ist kein lockerer Fanclub! Diverse islamischen Richtungen sehen unsere Demokratie (die Ungläubigen, arab. Kāfir) tatsächlich als großes Welt-Übel, das mit dem Dschihad beendet werden muss. Mit ihrem Heiligen Krieg schon das Wort ist zum Kotzen! MAGAZIN