SCHLIPS Pro- Contra

20 | ALSTERTAL MAGAZIN WEG MIT DEM SCHLIPS? Die korrekt gebundene Krawatte gilt seit Jahrzehnten als Symbol der Seriosität doch ist sie noch zeitgemäß? Selbst im Bundestag und traditionsreichen Unternehmen wird immer häufiger auf das Tragen der Krawatte verzichtet. Hat sie sich überlebt? Zwei Redakteure diskutieren. PRO Milena Kettner, Redakteurin Christian Luscher, Stv . Chefredakteur CONTRA Pro- Contra: Ich mag einfach keine Männer im Anzug. Aber meine Abneigung hat nicht nur ästhetische Gründe, ich bin gegen diesen ganzen Einheitsbrei-Look. Wenn man in der Innenstadt um die Mittagszeit die männlichen Angestellten aus ihren Büros strömen sieht, unterscheiden sich diese meist nur durch die Farbe und Muster ihrer Krawatte. Individualität Fehlanzeige! Das Problem ist, die meisten sehen absolut verkleidet aus. Und jemanden in einer Verkleidung kann ich grundsätzlich nicht mehr Seriosität abgewinnen. Bei einem Bank-Berater gehe ich davon aus, dass dieser eine entsprechende Ausbildung absolviert hat und über Fachwissen verfügt. Auch auf Veranstaltungen und Hochzeiten, überall der männliche Einheitsbrei-Look, Männer, traut euch ruhig etwas mehr Individualität zu! Natürlich ist es mit den Krawatten wie mit allen Kleidungsstücken sie sehen nur gut aus, wenn sie passen. Und selbstverständlich ist ein schmieriger Kerl im schlechtsitzenden Anzug mit labberiger Klaviertastatur-Krawatte kein besserer Anblick als ein smart gekleideter Typ ohne eine solche. Dennoch wenns sitzt, sitzt es. Und das macht den Unterschied. Die Krawatte ist dabei das ideale Mittel, um ohne Extravaganz und Übertreibung Stil zu demonstrieren. Man zeigt, dass man auf sein Äußeres achtet, dass man weiß, was sich gehört und vielleicht sogar noch Geschmack hat. Und das alles mit einem dezenten Stück Stoff. Wer sollte etwas dagegen haben? MAGAZIN