Weltstadt Wird Hamburg

MAGAZIN Partner und Sponsoren der ALSTERTALER BUSINESS LOUNGE. MAGAZIN VERLAG HAMBURG Wird Hamburg Weltstadt? Das Thema der Alstertaler Business Lounge sorgte für lebhafte Diskussionen zwischen Peter Ulrich Meyer, Jürgen Heuer und Gastgeber Wolfgang E. Buss. Hier die interessantesten Statements! W as ist das Selbstverständnis der Stadt Hamburg? Wohin soll die Entwicklung gehen? Eher zu einer Weltmetropole oder zu einem, wie es Ole von Beust nannte, Baden- Baden des Nordens? Schaffen es Projekte wie die Elb - philharmonie oder Hafen City, Hamburg zur Weltstadt zu machen? Dies waren die Fragestellungen bei der ersten Alstertaler Business Lounge 2017. Zur Diskussion geladen waren mit Peter Ulrich Meyer, Leiter des Landespolitik-Ressorts beim Abendblatt, und Jürgen Heuer, Politikchef des NDR-Hamburg-Journals und Vorsitzender der Lan - despressekonferenz, zwei ausgewiesene Kenner der Hansestadt und der Hamburger Mentalität. Ihre Antworten auf die Weltstadt-Frage fielen dementsprechend differenziert aus. Ich bin bei diesen Prädikaten grundsätzlich skeptisch, erklärte Peter Ulrich Meyer. Die Reihe New York, Paris, London, meinetwegen auch Singapur, Shanghai die wird nicht über Hamburg fortgesetzt, da bin ich relativ sicher. Auf der anderen Seite gibt es auch gar keinen Anlass zu allzu großer Be- scheidenheit. Ich finde schon, die Stadt hat eine Geschichte als Welthandelsstadt. Das war vor ein paar Jahrhunderten noch stärker. An diese Tradition können wir anknüpfen. Die Elbphilharmonie wird dabei am Ende nur eine kleine Rolle spielen. Aber das kann schon wichtig sein, um die Stadt attraktiver zu ma- chen und mehr Touristen und Gäste in die Stadt zu holen. Wenn das der Effekt wäre, wärs ja wunderbar. Ich finde nur, manchmal haben die Hamburger die Angewohnheit, immer nach diesen Su- perlativen zu streben. Ich finde, das tut nicht not, wir müssen uns da nicht verstecken. Jürgen Heuer gab hingegen Grund- sätzliches zu bedenken: Ich finde, man muss auch die Frage stellen, will man eine Weltstadt sein? Wir sollten schon definie - ren, in welcher Liga wir denn spielen wollen. Ich sage mal: London oder Lüneburg? Barcelona oder Flensburg? Eine gemütliche Stadt oder eine mit Bedeutung? Die Hamburger beantworten diese Frage auf dialektisch-hanseatische Weise, indem sie die Vorzüge einer Groß- oder Weltstadt gerne wahrnehmen wollen, in ihrem Verhalten haben die Hamburger hingegen eine sym - pathische Provinzialität. Man lebt doch gerne in seinem Stadtteil und findet das alles ganz flauschig und möchte auch nicht, dass sich da allzu viel verändert. Für mich bedeutete die Olympiaentscheidung, die Hamburger sind eher bei Lüneburg als bei London. Bei dem Gespräch ging es außerdem um das G20-Gipfeltreffen in Ham - burg, das beide als Chance sahen, die jedoch mit erheblichen Risiken verknüpft sei, um Volksabstimmungen, Wutbürger und Weltpolitik. Hoffnung schöpften die Gäste aus dem aktuellen Trend, dass Bürger wieder in Parteien eintreten und sich politisch engagieren, und das Publikum pflichtete mit Applaus der Feststellung von Jürgen Heuer bei, er wünsche sich mehr davon. London oder Lüneburg? Welchem Stad t- Typus soll sich Hamburg lieber annähe rn? Mit Gastgeber Wolfgang E. Buss (Mitte) diskutierten Hamburgs führend e Journalisten NDR-Politikchef Jürgen He uer (l.) und Peter Ulrich Meyer.