Lage Alstertaler Flüchtlingsunterkünfte

28 | ALSTERTAL MAGAZIN Die Lage der Alstertaler Flüchtlingsunterkünfte Seit dem EU-Abkommen mit der Türkei sind die Flüchtlingsströme auf der Balkanroute abgebrochen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erreichten Hamburg seit dem Jahresbeginn sehr viel weniger Schutzsuchende. Wie gestaltet sich nun die Situation? Wie laufen die Bauprojekte? D ie Zahlen sprechen für sich: Laut des Zentralen Koordi-nierungsstabs Flüchtlinge (ZKF) sind in der Hansestadt in den Monaten Januar und Februar 2017 insgesamt 1.558 Schutzsuchende angekommen, von denen 928 hier bleiben konnten. Die übrigen sind anderen Bundesländern zugewiesen worden. Im Januar und Februar 2016 waren es 6.731 Schutzsuchende, von denen 4.676 in Hamburg blieben. Nachdem die Aufnahme im Jahr 2016 organisatorisch kaum zu stem- men war, sollte nun also Gelegenheit sein, zu sichten, unter welchen Bedingungen die rund 32.700 Personen in Hamburger Erstaufnahmen und Folgeunterkünften leben. Denn eine nachhaltige Integration kann natürlich nur gelingen, wenn Menschen zu würdigen Bedingungen un- tergebracht sind und man ihnen Teilhabe an der Gesellschaft ermöglicht, in der sie sich seit ihrer Ankunft bewegen. Gerade dem Aspekt würdigen Wohnens hat sich die Volksinitiative Hamburg für Gute Integration angenommen. Sie wurde im Februar 2016 gegründet und setzt sich dafür ein, dass bei der Unterbringung von Flüchtlingen nachhaltige Integration an erster Stelle stehen sollte, wie es auf der Homepage der Initiative heißt. Dies soll durch folgende Forderung sichergestellt werden. Erstens sollen in neu zu bauenden Unterkünften nicht mehr als 300 Flüchtlinge untergebracht werden. Zweitens soll darauf hingearbeitet werden, dass keine Flüchtlinge länger als zwei Monate in Erstaufnahmeeinrichtungen bleiben müssen. Drittens soll zwischen zwei Unterkunftsstandorten mit Platz für 100 Flüchtlinge ein Mindestabstand von einem Kilometer liegen. Und Viertens soll bei künftigen Vereinbarungen für den Verteilungsschlüssel für die Aufnahme von Asylbegehrenden die besondere Situation der Stadtstaaten (z.B. die hohe Bevölkerungsdichte) berücksichtigt werden. Im Juli 2016 hat sich die Initiative mit der Stadt Hamburg geeinigt und einen Bürgervertrag abgeschlossen. Jetzt hat Hamburg für gute Integration überprüft, ob die Einigungen der Bürgerverträge eingehalten werden und hat alle betroffenen Bauprojekte mit einem Ampelsystem bewertet. Zwar sieht die Initiative in sieben Fällen aufgrund von Vertragsab- weichungen akuten Handlungsbedarf, aber im Alstertal wird die Umsetzung der Vereinbarungen eher positiv bewertet. In Lemsahl- Mellingstedt, Poppenbüttel, Hummelsbüttel und in Klein Borstel lau- fen die Projekte laut Hamburg für gute Inklusion weitestgehend vertragskonform. Ein Problemfall ist lediglich Klein Borstel mit 35,5% Abweichung und 28,5% Risiko gegenüber 29,5% Konformität (6,5% MAGAZIN Die Plakatwand an der Grundstücks- grenze informiert über das Bauprojekt Rehagen in Hummelsbüttel. Die Wutbürger waren auch schon da. Fortsetzung auf Seite 30