mutig Manchmal leichtsinnig

34 | ALSTERTAL MAGAZIN MAGAZIN Alstertal-Magazin: Seit 5 Jahren spielst du im Großstadtrevier mit, das gerade seinen 30. Geburtstag feiert. Ist es etwas Besonderes, Teil einer so alten und erfolgreichen Serie zu sein? Wanda Perdelwitz: Definitiv! Es ist toll, dass es die Serie noch gibt, vor allem aber, dass sie sich auch weiterentwickelt hat, sie ist nämlich zum Glück nicht vor 30 Jahren stehen geblieben oder verstaubt. Im Gegenteil, die einzelnen Folgen behandeln aktuelle Themen unserer heutigen Gesellschaft. Wie der Tatort Nur viel besser und ohne Leichen, ha! Okay, ab und an gab es mal eine, aber darum geht es nicht. Eher um das Zwischenmenschliche und soziale Dinge. Gut so, denn Leichen braucht das Großstadtrevier auch gar nicht. Das wird die Experten freuen, die sich über eine unerträgliche Krimiflut in Deutschland mit zu vielen Toten mokieren: Wir seien doch kein Land der Verbrecher. Wie erklärst du die Krimiflut? Gute Frage es funktioniert halt extrem gut. Neben Krankenhaus-Se- rien sind Krimis eine sichere Bank im deutschen Fernsehen. Aber warum? ... Vielleicht haben wir Deutschen so eine große Sehnsucht nach Sicherheit, Ordnung und einem Aufpasser. Die Serie hat sich also verändert, deine Rolle auch? Ja, sie ist mit mir gewachsen und erwachsen geworden, irgendwie ein bisschen vernünftiger. Sie bleibt auch immer spannend, weil unsere Autoren ständig neue Ideen haben. Eine tolle Figur, die ich gerne spie- le, vor allem auch weil sie sehr impulsiv ist erst handeln und dann nachdenken und gerne mal über die Stränge schlägt. Aber immer sehr aus dem Bauch heraus. (Überlegt) So bin ich auch, aber nicht so extrem wie Nina. Hat dich die Rolle verändert? Sie hat mich mutiger gemacht, denn Nina kann ja Karate und legt jeden Mann um, selbst wenn er doppelt so groß ist. Um die entsprechende Kör- perlichkeit zu bekommen, habe ich auch ein paar Stunden Kampfsport- technik genommen, bin aber weit davon entfernt, es zu können. Das Problem dabei ist aber, dass ich das manchmal im Alltag vergesse. Im vergangenen Jahr habe ich in der U-Bahn einen Polizeieinsatz erlebt. Als ein Typ wegrannte, habe ich versucht ihn aufzuhalten. Habe also quasi eingegriffen. Es ist aber zum Glück nichts passiert und er war weg. Bist du verrückt ...? Ja, das war so ein blöder Impuls von mir. Von wegen Zivilcourage muss sein, was ja auch stimmt. Aber im nächsten Moment wurde mir klar, handeln ohne nachzudenken ... das ist Nina. Wie letztens in einem Bus, als ein Typ den Fahrer provoziert hat. Ich war kurz davor, die Polizistin rauszukehren. Frei nach dem Motto: Jetzt setzen Sie sich mal hin, Sie gefährden die Sicherheit der anwesenden Personen. Ich habe es nicht getan, aber beim nächsten Mal mache ich es. Kai Wehl Manchmal bin ich leichtsinnig mutig Fo to s: A R D /T ho rs te n Ja nd er Am 03.04. um 18.50 Uhr im Ersten: Wanda Perdelwitz (l.) und Maria Ketikidou ermitteln vor einer Bank. Wanda Perdelwitz war gerade einmal 3 Jahre alt, als die ersten Folgen des Großstadtreviers über die Mattscheibe liefen. Jetzt ist es 33 Jahre alt und sie laufen immer noch inzwischen mit der Schauspielerin , als Polizistin Nina Sieveking. Wir sprachen mit ihr über den 30. Geburtstag der Kultserie. Wenn mir etwas viel Spaß macht, ist das wie ein Schweben auf einer Adre- nalinwolke, sagt Wanda Perdelwitz. Geburtstag: Das Team vom Großstadtrevier ermittelt seit 30 Jahren die 30. Staffel läuft montags um 18.50 Uhr im Ersten.