IMMOBILIEN HÄUSER-Award prä-

ALSTERTAL MAGAZIN | 99 IMMOBILIEN D ie mit dem HÄUSER-Award prä- mierten Gebäude faszinieren und begeistern, sei es durch ihr unkon- ventionelles Erscheinungsbild oder überwältigende Innenraumeindrü- cke, so Anne Zuber im Vorwort des Bandes, der nicht nur spektakuläre Häuser vorstellt, sondern diese ebenso eindrucksvoll präsentiert. Groß- und kleinformatige Fotos ermöglichen eine unmit- telbare Begegnung mit den Häusern, die den großen Auftritt wagen und durch außergwöhn- liche Dimensionen oder eine imposante Lage bestechen. Die Texte bieten zusammen mit den sehr informativen Bildunterschriften spannende Darstellungen der Projekte. Zentrales Kriterium für die Beurteilung der Entwürfe durch die Jury, die hier in Hamburg, bei Gruner + Jahr, ihre finale Gremiumssitzung durchführte, war, dass die Häuser ihre Abwei- chung von der Norm nicht als bloßen Effekt und Schrei nach Aufmerksamkeit nutzen. Was die Architekten und Architektinnen der Gegenwart geleistet haben, wird dabei auf den ersten Seiten durch Bettina Hintze in die archi- tekturgeschichtlichen Zusammenhänge gestellt. Die Häuser wirken somit als Ergebnis einer Ent- Spektakuläre Häuser. Die Sieger des HÄUSER-Award. Bettina Hintze, DVA, Bildband, geb., 260 Seiten, 59 Euro Wohnzimmer des Siegerentwurfes, eine Villa in Tremolo (Belgien). Außenansichten siehe S. 96-97, Gebaut durch das Genter Büro OOA. wicklung und ihre Formensprache erschließt sich in dieser Kontextualisierung wie von selbst. Dass die Bezugnahme auf die regionale Bau- tradition bei der Bewertung keine geringe Rolle spielt, zeigt die Tatsache, dass sowohl für die zweit- als auch die drittplatzierten Gebäude die typischen Charakteristika ihrer Umgebung spielerisch aufgegriffen und mit kreativen An- sätzen in etwas Neues transformiert wurden. So ging der zweite Platz an eine Villa in Schoorl (Niederlande), die die für die Gegend typische Holzverkleidung alter Scheunen in der Oberflä- chenstruktur ihrer Aluminiumfassade aufgreift. Die Silhouette eines Ferienhauses in Oberreute (Allgäu) ist an die für die Alpenregion typische Aufteilung eines Wohnhauses in Hauptgebäude und Lagerschuppen angelehnt. Die weiteren ausgezeichneten Gebäude, die vorgestellt werden, haben keineswegs einfach nur schlechter abgeschnitten, sondern werden mit ihrem individuellen Schwerpunkt, beispielsweise Im Dialog mit der Natur und Vertikales Raum- kontinuum, vorgestellt. Schade nur, dass kein Wohnhaus in Hamburg prämiert wurde. Für uns lohnt es sich offenbar die Augen nach Inspirations- quellen offen zu halten. Wolfgang Wagner Fo to : H Ä U SE R / T im V a n d e Ve ld e