MULTI TASKER Julian

20 | ALSTERTAL MAGAZIN MULTI TASKER Julian Sengelmann ist ein Phänomen: als AUTOR hat er gerade ein Buch geschrieben, als SÄNGER ein Album veröffentlicht, als VATER seine kleine Tochter im Blick, als VIKAR im Ehrenamt unterrichtet er Schüler und als SOZIAL ENGAGIERTER MENSCH organisiert er den Stogie-Cup mit Golf zugunsten benachteiligter Kinder. G laube, Hoffnung, Liebe diese Begriffe aus 1. Korinther 13 kommen mir in den Sinn, als ich überlege, welche be-richtenswerte Aktion ich von Julian Sengelmann zuerst beschreiben soll Er macht einfach zu viel. Also starte ich nach unserem Treffen einfach mit der Klammer, die sieht man einmal von der Schauspielerei ab alles zu verbinden scheint: Religion und die damit verbundene gelebte Nächstenliebe. Passt ja auch gut bei einem evangelischen Theologen und vor allem zu einem gerade abgeschlossenen Projekt: Ich habe ein Buch über die christlichen Feiertage geschrieben. (Kommt im September raus). Natür- lich nicht über alle, es sind zu viele. Ich habe mir 20 herausgesucht, die Katholiken und Protestanten relativ gemeinsam feiern. Warum? Weil er festgestellt hat, dass die Menschen zu Recht nichts mehr über die Feiertage wissen. Die ursprünglichen Anlässe sind in den Hinter- grund gerutscht. Deswegen möchte ich auf leichte und witzige Weise Geschichte und Brauchtum vermitteln, wissenswert, nicht belehrend. Das gilt auch für die über das Jahr verteilt laufende ARD-Serie Tatorte der Reformation, die Julian im Reformationsjubiläumsjahr moderiert. Wir beleuchten wichtige Orte der Reformation und die damalige, sehr gewalttätige Zeit sowie natürlich die heutige Bedeutung Luthers. Dabei muss man bedenken, dass Luther ein Stolperstein ist, den man nicht nur gut finden kann man muss ihn hinterfragen, genau wie sich selbst dafür sollte Luther stehen. Hinterfragen tue er sich auch andauernd, so der Rothenbaumer. Bei- spielsweise auf seinem gerade erschienenen Album 13. Dessen erste Singleauskopplung hieß Paris Julians Lieblingssong der Platte. Ein Song passend zur Stadt der Liebe über Beziehungen und ihre Tücken, die mit der Zeit kommen. Es ist ein sehr persönliches Album gewor- den. Mit teils fröhlicher tanzbarer Musik, aber auch sehr nachdenklich stimmenden Texten. Etwa über die Erlebnisse der Sterbebegleitung, die er als Theologe absolviert. Musikmachen ist für mich auch immer eine gute Form der Selbstreflektion meines Lebens, in dem ich sehr breitgefächert aufgestellt bin. Schon im ver- gangenen Jahr drehte Julian Sengelmann in Japan Videos zu seinem aktuellen Album. MAGAZIN Musikmachen ist eine gute Form der Selbstreflektion, findet der Hamburger Schauspieler und Sänger Julian Sengelmann. Fo to : M o rit z W eb er