TASTENVIRTUOSIN VOLKSDORF Akkordeonistin

44 | ALSTERTAL MAGAZIN MAGAZIN IN VOLKSDORF Die Akkordeonistin und Komponistin Cathrin Pfeifer ist am 25.8. in der KunstKate zu Gast. Auf internationalen Konzertreisen hat die Berlinerin erlebt, wie unterschiedlich das Akkordeon wahrgenommen wird. Wir spra- chen mit ihr über ihren Stil und ihr Instrument. Alstertal Magazin: Sie haben auf Ihren Konzertreisen viele Musikkulturen kennengelernt und Ihre Musik ist für einen bunten Stilmix bekannt. Wie würden Sie ihn selbst beschreiben? Chathrin Pfeifer: Es ist nicht so leicht, die eigene Musik zu be- schreiben. Sie speist sich aus allem, was mir gefällt, was irgend- wann an mein Ohr geraten und hängen geblieben ist. Und das fließt dann, sei es unbewusst oder bewusst, in die Kompositionen ein. Ich möchte nicht kopieren, was schon da ist, sondern den Klängen der Welt noch etwas hinzufügen. So finde ich meine eigene Musiksprache und freue mich, wenn ich damit auf offene Ohren und Herzen stoße. Wie kam es, dass Sie das Akkordeon für sich entdeckt haben? Das war eigentlich eine recht unspektakuläre Geschichte, weil ich das Instrument gar nicht selbst entdeckt habe, sondern in der Schule lernen sollte. Eher hat das Akkordeon mich gefunden und nicht mehr losgelassen. Wenn ich abdriften wollte, hat es mich immer wieder zurückgeholt. Das braucht es inzwischen nicht mehr. Mittlerweile ist es eine auf Gegenseitigkeit beruhende Leidenschaft. Würden Sie sagen, dass dieses Zusammenfinden typisch für Sie ist? Das passt zu meiner generellen Lebenshaltung, ja. Ich bin immer noch offen für die Dinge, die an mich herantreten und schaue, ob es zu mir passt und ob ich was damit machen kann. Das hat für mich etwas mit Spiritualität zu tun. Wird das Akkordeon in anderen Kulturen anders wahr- genommen? Auf jeden Fall. In Deutschland hat das Akkordeon teilweise immer noch ein Schattendasein, obwohl sich das schon in den letzten 20 Jahren verändert hat. Das sieht in anderen Ländern ganz anders aus. Die Brasilianer haben das Instrument, das ursprünglich aus Deutschland kommt, regelrecht für sich vereinnahmt. Auch in Madagaskar ist das Akkordeon in vie- len Lebensbereichen gar nicht wegzudenken. Allerdings gibt es bei uns in Deutschland auch Unterschiede im Umgang. Beispielsweise spielen in Bayern auch Jazz-Musiker Volks- musik. Dort ist die Offenheit größer. In Hamburg ist die für den Norden typische Verwendung des Akkordeons noch recht präsent. Auch wenn es in Hamburg moderne Musik mit dem Instrument gibt, hat das den Weg für Experimente mit dem Akkordeon ein wenig verstellt. Welches Programm haben Sie für die Kunst Kate vor- bereitet? Das ist gerade noch im Wachsen. Ich werde nicht genau dasselbe spielen wie im letzten Jahr. Denn ich arbeite stän- dig an neuen Sachen und beim Üben kommt ständig etwas dazu. Außerdem setze ich im Konzert ein Loop-Gerät ein, mit dem ich meine Musik über Tonspuren verdoppeln und verdreifachen kann. Insofern lasse ich mich auch immer von der Improvisation überraschen. Wolfgang Wagner TASTENVIRTUOSIN Die Berlinerin trat in den vergangenen Jahren mehrfach in Volksdorf auf: Ich mag das Ambiente, der KunstKate, die Veranstalter sind nett und die Konzerte gut besucht. Ich komme deswegen gerne wieder.