Malweiber Erst verspottet

46 | ALSTERTAL MAGAZIN WELLINGSBÜTTEL Erst verspottet dann gefeiert: Zwischen dem 14. Oktober und dem 12. November wird es im Kulturkreis Torhaus Wellingsbüttel eine Ausstel- lung zu den Malweibern geben. Die Ausstellung soll an die Tradition der sogenannten Mal- weiber anknüpfen (siehe rechts). So wurden im letzten Jahrhundert Künstlerinnen verächtlich genannt, die ihren eigenen Weg gehen wollten und keine Möglichkeit hatten an den Akademien zu studieren. Ihrem traditionellen Rollenbild verpflichtet, brauchten sie viel Mut und Leidenschaft um ihre Bilder zu malen. In Künstlerkolonien, die ihnen Schutz und Freiraum boten organisierten sie sich. Ein Ausdruck dieses wachsenden weiblichen Selbstbewusstseins war 1905 die Gründung des Lycemclubs. Dieser diente Malerinnen, wie et- wa Käthe Kollwitz, Gretchen Wohlwill und Milly Steger sowie Frauenrechtlerinnen und Pädagoginnen als ein wichtiges Fo- rum. Bis 1933 war der Club Zentrum intellektueller Auseinan- dersetzung, politischer Bildung und sozialen Engagements. Dieser Tradition folgend stellt das Torhaus ab dem 14. Okto- ber 2017 die Malerinnen dieser Ausstellung vor. Eine dieser Künstlerinnen ist Doris Rüstig-Ladewig, heute 91 Jahre alt. Als letzte noch lebende Schülerin des Brücke-Malers Karl Schmidt-Rottluff arbeitet sie noch heute in ihrem Atelier. Ihr Themenschwerpunkt ist die menschliche Figur, wobei sie ebenfalls von der Vielfalt der Landschaftsformen fasziniert ist. Gemeinsam mit den freischaffenden Künstlerinnen Meike Lipp, und Friederike Thaler wird sie ihre Werke zeigen. Eben- falls wird es eine Lesung von Maria Hartmann am 21. Okto- ber um 16 Uhr geben, und der die Geschichte des Lyceum- clubs aus dem Jahre 1905 erläutert wird. Mehr Informationen auf: kulturkreis-torhaus.de Malweiber Das Bild oben zeigt eine Collage aus Acrylmalerei der Malerin Doris Rüstig-Ladewig (unten rechts). Das Bild links stammt von der freischaffenden Künstlerin Meike Lipp, die schon viele Ausstellungen in Hamburg und Umgebung hatte.