Kupferteich Verkehrte Welt

34 | ALSTERTAL MAGAZIN Im letzten ALSTERTAL MAGAZIN haben wir in einem als Reportage angelegten Artikel über die Überbelastung des Naherholungsgebietes am Kupferteich durch Hunde berichtet. Dabei ist uns ein entscheidender Fehler unterlaufen, den wir richtig stellen wollen. Jetzt genauer: Was macht das mit unserer Gesellschaft? Und was darf man mit Hund am Kupferteich? Verkehrte Welt am Kupferteich? Wer auf den Wegen am Kupferteich unterwegs ist und in einer knappen Stunde 50 Hunde sieht, kann zunächst den Eindruck haben, dieser sei Teil der Hundeauslauffläche. Dies ist jedoch keineswegs zutreffend. Während wir für Sie in unserer Infobox die rechtliche Lage vor Ort zusammenfassen, wollen wir Ihnen mittels einiger Eindrücke aus den Briefen darstellen, dass die Situation am Kupferteich dennoch für eine große Frustration bei den Anwohnern gesorgt hat. Jemand ist zunächst von einem Hund, dann vom ganzen Rudel angebellt und danach von den Betreuern übel angemacht worden. Eine Leserin berichtet davon, einmal von Hunden belagert und an- gesprungen worden zu sein. Mehere Augenzeugen berichten davon, dass Hunde dort wiederholt (auch auf dem Golfplatz) Rehe gehetzt haben und die Besitzer teilweise nicht einmal einsahen, warum man die Hunde davon abhalten sollte. Inzwischen seien leider kaum noch Rehe in der Umgebung zu sehen. Und es war die Rede davon, dass dieses Paradies nun den großen Hundegruppen und den Sittern gehöre, die hier ein lukratives Geschäft betreiben. All diese Erlebnisse tragen dazu bei, dass der Kupferteich sogar als eine no-go-area bezeichnet wurde. Weil der Ordnungsdienst hier nicht durchgreife, hat ein Alstertaler den Eindruck, der Kupferteich sei von den Zuständigen als Naherholungsgebiet aufgegeben worden. Aber unsere verantwortlichen Politiker scheint es ja offensichtlich sowieso nicht zu interessieren, was die Bürger und die schweigende Mehrheit denken. Wir vom Alstertal Magazin bringen unser Bedauern darüber zum Aus- druck, dass dieses Thema einen so großen Unfrieden hervorgerufen hat und hoffen, dass sich die Situation bald entspannen wird, auch wenn gerade nichts darauf hindeutet. Möglich wäre das wahrscheinlich, wenn Hundesitter und -besitzer mit ihren Tieren in erster Linie auf der sehr großen Hundeauslaufzone neben dem Kupferteich bleiben würden. ww FAKTEN Auch Hundebesit- zer und -freunde sind mit der Situa- tion am Kupferteich unzufrieden (sym- bolisches Foto). MAGAZIN So gehört das eigentlich nicht: In Poppenbüttel wird das Erlaubte oft überstrapaziert. Die Hundesauslaufzone auf dem Gelände des ehemaligen Campingplatzes am Kupferteich ist mit einer Fläche von 75.500m 2 die sechstgrößte der insgesamt 124 in Hamburg ausgewiesenen Zonen. Der Kupferteich selbst ist Teil einer Geschützten Grünanlage , in der nur für von der Anleinpflicht befreite Hunde kein Leinenzwang besteht. Außerhalb des Privagrundstücks und von Hundeauslaufzonen besteht für Hundebesitzer die allgemeine Anleinpflicht , falls keine Gehorsamsprüfung mit dem Hund abgelegt wurde. Für Hundesitter gilt nach Angaben des Bezirksamts Wandsbek, dass sie eine Leinenbefreiung für einen fremden Hund vorlegen müssen, wenn sie Tiere außerhalb von Hundesauslaufzonen unangeleint ausführen wollen. Ob eine solche Leinenbefreiung vorliegt, darf sich indessen nur der Hundekontrolldienst nachweisen lassen. Und weiter heißt es: Das Hundegesetz sieht keine Begrenzung der Anzahl der mitgeführten Hunde vor. Vom Spielplatz, vom Unterholz sowie vom dortigen Uferbereich sind die Hunde generell fernzuhalten. Dass sich daran kaum je gehalten wird, ist aber daran zu sehen, dass an einigen Abschnitten des Ufers keine Pflanzen mehr wachsen, sondern offene Sandflächen entstanden sind. Fo to : W o lfg a ng W a g ne r