Nachwehen PICCOLO Toujours

ALSTERTAL MAGAZIN | 3 VON WOLFGANG E . BUSS Die Nachwehen Wer eigentlich ist verantwortlich für das Bundestags-Wahldesaster der beiden Volksparteien CDU und SPD? Das innerparteiliche Schwar- ze-Peter-Spiel hatte noch gar nicht wirklich angefangen, schon zauber- te man eine Antwort aus dem Hut: Eigentlich der Wähler! Er hat mal wieder nicht verstanden, welch wun- derbare Zukunft eine starke CDU oder eben SPD uns geschaffen hätte! Denn, so die Kanzlerin, uns geht es doch schon heute so gut wie nie zuvor und das wollen wir steigern! Eine Fehleinschätzung. Weil sie den Kontakt zur Realität verloren hat. Hätte sie genauer hingehört oder überhaupt einmal mit normalen Leuten das Gespräch gesucht und darüber hinaus mit den hunderttausenden Coaches, Therapeuten, Ärzten und Betreuern diskutiert, die die täglichen Befindlichkeiten hautnah erleben, wäre das nicht passiert. Denn so leicht und wunderbar ist es eben für viele gar nicht nein, für fast keinen. Nun werden die politischen Karten neu gemischt. Ein völlig selbst- verständlicher demokratischer Prozess, der jeweils auch mit großen Chancen verbunden ist. Ob es einer komplizierten Koalition aus fast gegensätzlichen politischen Positionen gelingen wird, diese zu nutzen? Jetzt wäre wichtig, statt nur über Kompromisse, über große Ziele und eine Neuausrichtung nachzudenken. Neben dem bereits begonnenen Berliner Pöstchen-Geschacher gibt es tatsächlich noch Wähler und Bürger, ja, eine ganze Gesellschaft, dessen Zukunft im Fokus steht. Eine nachhaltige, gesunde, gebildete, glückliche Zukunft. Es ist wie in unserer individuellen Lebensplanung: Das, was wir uns wirklich vornehmen, ist entscheidend für unseren Erfolg. Ohne gleich die Risiken, Gefahren, Einschränkungen in den Vordergrund zu rücken. Mir fallen in diesem Zusammenhang zahlreiche spannende Gespräche ein, die ich mit vielen Vertretern der bhutanischen Gesellschaft in Bhutan führen konnte. Ich habe oft darüber geschrieben und refe- riert: Die Bhutanesen haben sich das Glück ihrer Staatsbürger als Staatsziel in ihrer Verfassung verankert. Wow! Immer, wenn ich dieses Thema in unserem politischen Raum anspreche, bekomme ich nur mit einer abweisenden Handbewegung ein gequältes Lächeln zurück. Achtsame Wirtschaft, ganzheitlicheres Handeln, gesundes Leben und nachhaltiger Verbraucherschutz, oder etwa Glück, sind kein Thema. Obwohl das eine das andere bedingt. Wenn der Staat seinen Bürgern außer dem Hamsterrad des Geld- verdienens und einem mehr, mehr, mehr kaum einen Sinn gibt, macht sie der so entstehende tägliche Stress krank und unzufrieden . Wenn Menschen ihre Zukunft in einem entfremdeten Land se- hen, und viele insbesondere Frauen sich zunehmend unsicherer fühlen, Opfer eines Vergehens oder Verbrechens zu werden, schafft das kein gutes, glückliches Leben. Wenn sich schleichend Scharia und Patriarchat Weg bereiten können, ist es das genaue Gegenteil von dem, was viele sich wünschen. Immer wenn ich die Möglichkeit habe, mit Ärzten, Therapeuten oder Lebensberatern intensiv zu sprechen, klagen sie, es gebe zu viele psychosomatisch Erkrankte bei uns. Nicht nur die Angst vor immer mehr Ausländern, auch die Erkenntnis, trotz nahezu Voll- beschäftigung keinen sicheren Job mehr fürs Leben zu haben und keine sichere Rente, fühlt sich mies an! Unser Leben ist doch viel, viel mehr als nur Exportweltmeister zu sein! Oder dass Merkel Kanzlerin bleibt! Ob die Chancen einer Erneuerung ergriffen werden? Ob wir als Bürger dieses Landes wieder mehr in den Vordergrund politischen Handels rücken? Sind Sie optimistisch? KOLUMNE PICCOLO Toujours Ajour in 750/Roségold mit Saphir oder Hessonite bronjewelry.com Schreiben Sie mir: w.bussalster-net.de oder Facebook.com/alstertalmagazin