Personenschutz Kampfsport MAGAZIN

28 | ALSTERTAL MAGAZIN MAGAZIN Axel Wagener zu treffen ist ein sehr beeindruckendes Schauspiel. Groß und muskulös er kann echt bedrohlich wirken. Und tolle Geschichten kann er auch erzählen. S eine Wahrnehmung der Welt fußt auf seinen Erfahrungen. Mit 20 Jahren ging er zur Nato. Für vier Jahre. Nach der Grundaus-bildung ging er in die Krisengebieten der Welt. Zum Kämpfen! Seine Kampferfahrungen konnte er bei einer amerikanischen Spezialeinheit ausbauen. Irgendwann kam er dann auf UCC, ULTIMATE CLOSE COMBAT, welches er als Kriegskunst bezeichnet und bis heute in seiner Sportschule lehrt. Verglichen mit anderen Kampfsportarten kennen wir bei UCC keine Gürtel oder Trophäen, wir machen auch keine Wettkämpfe.Wir trainieren Selbstverteidigung im Sparring, damit unsere Schüler in der Lage sind, unter allen Umständen zu kämpfen. Sie sollten nicht völlig paralysiert sein, wenn es einmal wehtut. Denn: Ein potentieller Schurke wird sich auch an keine Regel halten. Und Axel Wagener weiß, wovon er redet. Jahrelang war er Türsteher von angesagten Clubs in Hamburgs City. Diesen Job macht er nicht mehr regelmäßig. Hier hat er häufig mit betrunkenen und aggressiven Männern zu tun, die ein Nein nicht akzeptieren können. Da gilt es dann zu kämpfen. Vom FBI, aber auch von Polizei und SEK, wird er für Lehrgänge gebucht. Ebenfalls arbeitet er als Personenschützer für gefährdete Geschäftsleute. Alles in allem stand und steht er vielfach bedrohlichen Situationen gegenüber. Zu Anfang steht allerdings immer, zu deeskalieren. Erst wenn dies nicht gelingt oder gelingen kann, heißt es kämpfen und gewinnen, so Axel Wagener. Er wurde in Schottland geboren und ist als Sechsjähriger nach Deutsch- land gekommen. Bereits als kleiner Junge hat er mit Judo angefangen, dann kam Karate hinzu. Sein bester Freund boxte, ihm waren die Karatekids unterlegen, dass auch Axel beschloss, boxen zu lernen. Später kam dann Thai-Kickboxen hinzu. Axel Wagener kann aber auch anders. Er spielt Klavier, Accordeon und weitere Instrumente. In einer Band namens Roona, welche auf YouTube zu bewundern ist, spielt er sogar Gitarre. So ganz der Meditative ist er nicht, es macht ihm jedoch große Freude, Igel vor dem Kältetod zu bewahren, sich mit zahmen Raben zu unterhalten und auch die Enten in seinem Hausteich zu füttern. Aber seine Hühner sind für ihn der Hit: Sie folgen ihm sogar ins Haus und gackern ihn respektlos an. Da gibt es dann keine Provokation, keine Bedrohung, keine Aggression. So kann seine Welt auch sein. Personenschutz Kampfsport und Schule der Selbst- verteidigung: Es geht nicht um Kraft, sondern um Reaktionsschnelle, Beweglichkeit und Technik. Nach missglücktem deeskalieren muss er auch mal hinlan- gen. Kampfkunst lernte er bei der Nato und im nor- malen Hamburger Leben. Fo to s: S eb a st ia n M üh lig