Ausländer feindlich KOLUMNE

ALSTERTAL MAGAZIN | 3 VON WOLFGANG E . BUSS Ausländer feindlich KOLUMNE Hat die Flüchtlings- und Migrationsde- batte auch die Jamaika-Sondierungen eskalieren lassen ? Die starke Zuwan- derung von Menschen aus uns völlig fremden Strukturen trennt nach wie vor unvereinbar Befürworter und Skeptiker. Und der Ton ist rau. Immer und immer wieder der Vorwurf : Wir Deutschen seien ausländerfeindlich und rassistisch. Googeln Sie einmal Rassismus in Deutschland . Das Netz ist voll von scharfen Urteilen. Gehen Sie der Sache allerdings auf den Grund, stoßen Sie auf die immer gleichen Quellen: Ganz bestimmte Medien, spezielle Gruppierungen, geneigte NGOs und eine Hand voll Stiftungen, die sich daran abarbeiten, wie mies der Deutsche an sich ist. Doch wie ausländerfeindlich sind wir? Vor kurzem traf ich einen Aus- länder, der aus einem uns wirklich fernen Land kam. Australien. Nichts liegt weiter weg. Beim Thema Deutschland geriet er in Aufregung. So ein nettes, freundliches, hilfsbereites Volk hätte er noch nie erlebt. Seine Reise durch Deutschland war geprägt von ausnahmslos positiven Erlebnissen. In unserem langen Gespräch erklärte ich ihm mein Erstaunen: Eigentlich seien wir fast alle ausländerfeindlich und rassistisch. In Deutschland existiere sogar ein institutioneller Rassismus . Das einzige Lob, was mal über uns Deutsche zu finden ist lautet etwa: Es ist gut, dass heute zumindest nicht mehr generell negiert wird, dass es hierzulande Rassismus gibt, beschwert sich ISD-Vorstandsmitglied Tahir Della gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Die ISD ist die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e.V. Es sei falsch, so weiter Della, hier nur von Einzel- fällen zu sprechen. Mein australischer neuer Freund schaute verdutzt. Das war ihm fremd. Was treibt bestimmte Leute und Medien an, stets in diesen Deutschen- Hass zu verfallen? Unsere Öffentlich-Rechtlichen produzieren laufend Sendungen rund um das Thema: Wie rassistisch ist Deutschland? Ich führte kürzlich ein spannendes Gespräch mit Yared Dibaba. Er spricht besser Platt als ich, moderiert besser als ich, singt, musiziert und er hat tief-schwarze Haut . Und ich mag ihn von ganzem Herzen, er ist klug und einfach zum Knuddeln. Nicht nur ich eigentlich alle lieben diesen Mann und Künstler, obwohl wir doch eigentlich Rassisten sind. Ja, es gibt in diesem Land der Tüchtigen eine latente Antipathie gegen Faulenzer und Leute, die es sich in der sozialen Hängematte auf Kosten anderer bequem machen. Übrigens unabhängig von Rasse und Hautfarbe. Wir differenzieren also sehr genau zwischen Yared Dibaba, den wir lieben und dem nordafrikanischen Vergewaltiger, den wir nicht mögen und dem islamischen Terroristen, den wir hassen. Ich wünsche mir für unsere Zukunft eine Kultur, auf der nicht ein paar Gutmenschen den Richterstuhl beanspruchen und sich eine ganze Nation auf die Anklagebank setzen lässt. Wir sind keine Islamhasser , wenn wir von Imamen in Moscheen fordern, sich an unsere Verfassungsgrundsätze zu halten. Wir sind nicht islamophob, wenn wir Zwangsheiraten, Scharia, Händeabhacken oder Steinigungen ablehnen. Ja, es gibt in diesem Land auch Rassisten, so wie es Mörder, Steuerhin- terzieher und Betrüger gibt. Leider. Dennoch: Selbstbewusst auf unsere Mehrheitsgesellschaft hinweisen, an dessen Gesetze und Kultur sich Minderheiten orientieren müssen, ist nicht ausländerfeindlich! Es ist die Grundlage unseres Zusammenlebens. (Sind Sie ausländerfeindlich? Schreiben Sie mir: w.bussalster-net.de oder facebook.de/alstertalmagazin) L i e b e s b r i e f e i n S c hm u c k R o l f i n c k s t r a ß e 1 3 2 2 3 9 1 H am b u r g - We l l i n g s b ü t t e l T e l e f o n : 0 4 0 5 3 6 9 6 5 0 www . w i l l e r . d e