SCHULE ALSTERTAL Schule

18 | ALSTERTAL MAGAZIN MAGAZIN die Schule brennt! Einige können sich bestimmt noch an den großen Hit der erfolgreichen Neue-Deutsche-Welle-Band Extrabreit erinnern: Hurra, hurra, die Schule brennt! Das war damals in den 1980er Jahren. Heute muss es nicht brennen, damit Stunden ausfallen, denn an vielen Schulen herrscht akuter Lehrermangel. K lar, die Schüler freuen sich, wenn der Unterricht ausfällt. Aber wenn es zu wenig Lehrer gibt, sind zum Beispiel die Klassen größer und Fachleute und Eltern machen sich berechtigte Sorgen, dass die Schüler dadurch weniger ler- nen. Das sind die vier Hauptgründe, warum es zu wenig Lehrer gibt: 1. DIE AUSBILDUNG Um Lehrer zu werden, muss man meist studieren. Doch die Univer- sitäten bieten oft nicht genügend Plätze an, weil die Regierungen zu wenig Geld bereitstellen. 2. DAS ALTER In den vergangenen Jahren gingen viele Lehrer in Deutschland in den Ruhestand oder sie sind kurz davor. Um sie zu ersetzen, müssten viele junge Lehrer eingestellt werden. Doch das klappt nicht immer. 3. DIE ZAHLEN Fachleute dachten lange Zeit, in nächster Zeit kommen weniger Kinder auf die Welt. Doch jetzt hat sich gezeigt: Die Zahlen stimmen nicht, Deutschland braucht mehr Lehrer, weil mehr Kinder geboren werden. Der Druck wächst auch durch die Kinder, die aus anderen Ländern zu uns kommen. Auch sie müssen zur Schule gehen. 4. DAS GELD Lehrer entscheiden sich im Studium oft dafür, an einem Gym- nasium zu unterrichten, weil damit mehr verdient werden kann als an vielen anderen Schulformen. Besonders für die Grundschulen gibt es deshalb zu wenig Lehrer. Zwei Aussagen von Betroffenen sind alarmierend für den Lehrermangel. Da heißt es zum einen: Eltern werden gebeten, ihre Kinder in der ersten Klasse selbst zu betreuen, weil ein Unterrichtsangebot nicht mehr vorgehalten werden kann. Zum anderen gibt es die Aussage: Zusammenlegung der vierten Klassen aufgrund von Lehrermangel. Nun lernen 26 Kinder statt 16 in der Klasse. In manchem Bundesland wird entsprechend gegengesteuert. In Baden-Württemberg können Lehrer freiwillig bis zum 69. Lebensjahr unterrichten. Außerdem wird verstärkt um Pensionäre geworben, die kurzfristig in den Schuldienst zurückkehren können. Zudem sind in vielen Ländern Quereinsteiger beliebte Lückenfüller. Und manchmal stehen Lehramtsstudierende ohne Abschluss vor der Klasse. Frei nach dem Motto: Lieber irgend- jemand als niemand. Mehr als 500 Stellen für Pädagogen sollen laut CDU in Hamburg nicht besetzt sein. Die Behörde hält dagegen: Schulen suchen lediglich 60 Lehrkräfte. CDU-Schulexpertin Birgit Stöver spricht von einem Fortsetzung auf S. 20 Ohne Lehrer gehts nicht. Doch viele Faktoren erschweren es, alle Schüler von qualifizierten Lehrern unterrichten zu lassen. Was tun? Große Serie: SCHULE IM ALSTERTAL