Weihnachts- mann Glauben

16 | ALSTERTAL MAGAZIN MAGAZIN Glauben Sie an den Oder sind Sie Ungläubige ? Unter anderem um diese Frage geht es im Gespräch des Alstertal Magazins mit dem Ohlstedter Kabarettisten Hans Scheibner . Außerdem unterhielten wir uns mit ihm über gefährliche Weihnachtsmärkte , die Welt als Irrenhaus und sein neues Programm, mit dem er auch in diesem Jahr wieder in Alma Hoppes Lustspielhaus auftritt. A lstertal Magazin: Bei unserem letzten Weihnachtsge- spräch zitierten Sie aus einem neuen Weihnachtsge- dicht von sich die festlichen Zeilen: Ehre sei Gott in der Höhe und Dank / Und die Menschen haben nicht al- le Tassen im Schrank! Hat sich im vergangenen Jahr für Sie etwas an dieser Einschätzung geändert? Hans Scheibner: In der Tat ist es schlimmer geworden. Ich habe sogar inzwischen manchmal den Eindruck, wir leben alle in einer Irrenanstalt und darüber habe ich auch ein Lied gemacht. Darin heißt es unter anderem: Sehen Sie doch mal da den Donald Trump//der ist doch nun wirklich geisteskrank// über Frauen weiß er nur das eine:// denen fasst er gern zwischen die Beine// und wenn er das tut als Prä- sident// ist es für die Frauen ein Kompliment// Ich will hier raus aus der Anstalt Und weitere Beispiele aus dem Irrenhaus. Schon vor Jahren entwarfen Sie in Ihrem Programm das fiktive Szenario, dass ein Weihnachtsmann auf dem Weihnachtsmarkt für einen verkleideten Terroristen mit Bombengürtel gehalten werden könnte. Seit dem letzten Jahr sind Ter- roranschläge auf Weih- nachtsmärkte kein Phan- tasiekonstrukt mehr. Wie fühlt sich das an, wenn das Kabarett auf so bluti- ge Weise von der Realität überholt wird? Auch das ist natürlich schlimmer, nämlich rea- ler geworden. Fanatische Moslems setzen sich ja wieder dafür ein, dass das Weihnachtsfest insgesamt aufgegeben wird. Weil es ein Fest der Ungläubigen, nämlich der Christen ist. Mein Weihnachtsmann vermutet, dass die Moslems eben keinen Knecht Ruprecht und keinen Weihnachtsmann kennen. Ihr Weihnachtsmann ist ja höchstens Mo- hammed und das haut in Bezug auf Kinder wohl nicht so hin. Mein Weihnachtsmann erzählt übrigens: Ungläubige gibt es auch für ihn. Irgendwann fangen die Kinder nämlich an, zu sagen: Ich glaub doch nicht mehr an den Weihnachtsmann. Aber diese Ungläubigen werden dann nicht von uns verfolgt oder geköpft. Im Gegenteil, da sagen wir: Das ist ein Zeichen, dass sie allmählich erwachsen werden. Sie verrieten uns einmal, dass Sie während Ihrer Weihnachts-Tour- nee gerne auf den Weihnachtsmärkten Geschenke kaufen. Trauen Sie sich das in diesem Jahr auch noch? Klar trauen wir uns das. Und wenn wir Angst haben, dann ja haupt- sächlich davor, dass unsere Behörden immer noch im Tiefschlaf sind und die Terroristen nicht überwachen und wieder einsperren, sondern ihnen erlauben, durch ganz Europa zu reisen und ihre Bomben zu werfen, wie sie wollen. In diesem Sinne könnte ich mir vorstellen, die Terroristen freuen sich schon riesig auf Weihnachten, obwohl sie uns mit ihrer Idiotie kaum noch überraschen können. Seit Anfang Dezember sind Sie schon auf Tour mit Ihrem Pro- gramm Wer nimmt Oma 2017. Was gibts in diesem Jahr Neues? Neue Probleme müssen gelöst werden. In der Familie toben die Glaubenskämpfe zwischen Gluten-Vemeidern, absoluten Veganern (Tante Else behauptet, dass man Veganer häufig an den vielen Pickeln im Gesicht erkennt) und schamlosen Gänsefleischfressern (Mörder Mörder. Geflügelmörder!) Wir zeigen in unserem Programm auch eine Kuh, die nur laktosefreie Milch gibt. Außerdem eine geniale Anleitung, wie man sich seine Passwörter und IDs am besten merken kann. Raffaela singt ein Lied über Robin Hood und man denkt, so einer fehlt der SPD, der die Kluft zwischen Arm und Reich kleiner macht. Christian Luscher Vom 22. bis zum 28. Dezember gastiert Hans Scheibner mit seinem Programm Wer nimmt Oma wieder in Alma Hoppes Lustspielhaus. Infos und Karten gibts unter Tel. 555 6 555 6 und auf almahoppe.de Hans Scheibner in Aktion mit Tochter Raffaela (m.) und Frau Petra Milchert. Wie jedes Jahr übt Hans Scheibner weihnachtlich-kaba- rettistische Kritik an den Verhältnissen. Fo to s: S ch ei b ne r Weihnachts- mann?