Prinzessin oder Feuerwehrmann

gesellschaft Prinzessin oder Mädchen spielen mit Puppen , sind hochsensibel und werden später Sekretärinnen oder Kran- kenschwestern. Stereotyp oder Geschmacksfrage? Etliche aufsehenerregende Experimente zeigen, dass Frauen ihre Rolle schon im Kinder-, ja im Säuglingsalter aufgedrängt wird. Und zwar auf vielen Gebieten! Hier eine Auswahl von Experimenten und die Fragen, die sie aufwerfen. WENIGER KNETE Dieses Ergebnis sorgte vor kurzem für Aufsehen: Mädchen bekommen im Schnitt weniger Taschengeld als Jungs: im Vorschulalter 17 statt 20, von 6-13 Jahren 41 statt 44 Euro. Ist also selbst der so genannte Gender Pay Gap bereits in der Kindheit angelegt? SPIELZEUG-SEXISMUS Auch wenn man sich selbst als aufgeklärt wahrnimmt, ist es für einen Erwachse- nen schwer, im Umgang mit Kindern die eigenen Geschlechter-Vorurteile abzule- gen. Das zeigt ein aufsehenerregendes Experiment der BBC: Sie verpasste zwei Babys Kleidung und Vornamen des jeweils anderen Geschlechts und ließ erwachse- ne Versuchspersonen mit ihnen spielen. Tatsächlich bekam das Mädchen vor allem Puppen und Plüschtiere zum Spie- len zugesteckt. Noch problematischer: Der angebliche Junge wurde neben dem klassischen Autofahren auch viel häufiger zu Lern- und Zählspielen motiviert. Ist der angeblich angeborene Vorteil der Jungs bei Mathe und räumlicher Wahrnehmung also nur hausgemacht? MÄNNERBERUFE Eine britische Charity-Organisation ließ fünf- bis siebenjährige Kinder Menschen in unterschiedlichen Berufen malen ohne ein Geschlecht vorzugeben. Ergebnis: Von den 66 gemalten Bildern zeigten nur fünf Frauen. Piloten, Feuerwehrleute und Chirurgen wurden von Jungs wie Mädchen als Männer imaginiert. (Er heißt Gary und ist groß und stark.) Wie tief ist die Überzeugung in Kindern verwurzelt, dass bestimmte Berufe vor allem für die großen und starken Männer reserviert sind? Welchen Einfluss hat das, wenn sich die Mädchen später selbst einen Beruf aussuchen sollen? GEFÄHRLICHE SPIELE Den Versuchspersonen wurde das Video eines Kin- des auf einem Spielplatz vorgeführt; sie sollten ein Signal geben, wann sie im wirklichen Leben das Kind aufhalten würden, da das Spiel zu gefährlich wäre. Der einen Hälfte wurde gesagt, das Kind sei ein Mädchen, der anderen, es sei ein Junge. Ergebnis: Das Mädchen wurde viel früher aufge- halten. Gelten Frauen nur deshalb als risikoscheu und zimperlich, weil ihnen von Kindesbeinen nichts zugetraut wird? cl Feuerwehrmann?