Mary Verrückt nach

26 | ALSTERTAL MAGAZIN Mary Roos Verrückt nach Mary MAGAZIN können. Ich liebe Musik und sich mit den Songs der anderen Musiker auseinanderzusetzen, war eine große Herausforderung und tolle Erfahrung. Die Stimmung in Südafrika war genau so, wie ich es mir gewünscht habe: Respektvoll, mit offenen Armen, sehr warm und sehr herzlich. Ich nehme für mich persönlich viele gute Erinnerungen an diese Zeit mit. Es war eines der größten Abenteuer, das ich je erlebt habe und sicherlich einer der Höhepunkte meiner Karriere. Viele der anderen Teilnehmer könnten Ihre Kinder sein und haben nun Ihre Songs gesungen. Wessen Interpretation eines Ihrer Lieder hat Sie am meisten berührt? Ich kann da wirklich niemanden explizit nennen oder hervorheben. Es war so ein großes Geschenk mit diesen tollen Künstlern Zeit zu verbringen und gemeinsam Musik zu machen. Die Interpretation von Mark Forster zu Nur die Liebe lässt uns le- ben war aber auf jeden Fall ein sehr emotionaler Moment für mich. Es gibt einem die Möglichkeit mal in andere Genres, Songs einzutauchen. Wenn es bei Ihnen nicht Schlager geworden wäre, was dann? Was hat Ihnen am meisten Spaß gemacht zu covern? Ich habe eine große Affinität zum französischen Chanson und auch zum Latin-Jazz und konnte bereits in meiner Karriere diese Lieben ausleben. Stücke von Brel, Gainsbourg, Mendes oder Veloso reizen mich immer wieder. Jemanden kennengelernt, mit dem ein gemeinsamer Song entstehen wird? Ich wollte etwas aus der Sendung mitnehmen, und gerade das Stück von Mark Forster Bauch und Kopf liegt mir sehr am Herzen. Inzwischen ist es so ein bisschen mein Lebensmotto geworden, auf den Bauch zu hören. Der Bauch ist der Mutigere. Der Kopf sagt zu oft: Lass das lieber sein. Jetzt kommt Ihr neues Album Abenteuer Unvernunft heraus. Dafür trafen Sie sich in einem Songwriter-Camp mit den meist jungen Songschreibern. Fühlten Sie sich mit Ihren Themen wie Dankbarkeit, Mut gut aufgehoben? Songwriter wie u.a. Johannes Oerding, Pe Werner, Andreas Zaron, Frank Ramond, Tobias Reitz und Sven Bünger haben mir die Lieder auf den Leib geschrieben. Da war ein großes Vertrauen, da wir für die Produktion aufgrund der vielen Termine nicht so viel Zeit hatten. Ich finde es wichtig, je älter man wird, dass man authentisch bleibt. Das man so singt, wie man spricht und denkt. Als Interpretin gebe ich Ideen und Wünsche vor, die mir wichtig sind. Mein Team hat das wunderbar umgesetzt. Und auch wenn alle jünger sind, haben sie mich verstanden und wir waren auf einer Wellenlänge. Aktuell passiert so viel politisch, umwelttechnisch und gesellschaftlich was davon hat Eingang in Ihr Album gefunden? In meinen Texten nehme ich mich den Themen des Alltags an, die jeden von uns beschäftigen. Probleme im Job, Themen einer Partnerschaft oder eine neue Liebe. Ich sehe meine musikalische Aufgabe nicht darin, politische oder gesellschaftliche Probleme in meinen Songs aufzuarbeiten. Allerdings bin ich an den Themen unserer Zeit interessiert und engagiere mich seit vielen Jahren unter anderem für die Gleichberechtigung und Akzeptanz der LGBT-Community. Bei den ganzen Dingen und der anstehenden Tour bleibt da noch Zeit für Sie selbst? Wie tanken Sie Kraft? Wenn ich Zeit habe, bin ich gerne zu Hause in meinem Garten, um den ich mich auch selber kümmere. Da kann ich wunderbar entspannen und meinen Gedanken nachhängen. Welche Rolle spielt dabei das grüne Alstertal? Das Alstertal ist mein Zuhause. Ich fahre so häufig mit dem Fahrrad zum Beispiel zum Wochenmarkt und gehe dann im Anschluss dort noch spazieren. Ich liebe die Natur und fühle mich hier einfach sehr wohl. cd Ihr Lebensmotto ist geworden, auf den Bauch zu hören. Der Bauch ist der Mutigere Anfang Mai ist das Neue Album Abenteuer Unvernunft von Mary Roos herausgekommen. Ab Mitte November geht sie auf große Tournee. Am 21.11.2018 tritt sie bei uns in der Laeizhalle auf.